Armeematerial: Stefanie Heimgartner legt den Finger auf einen wunden Punkt der Armee

Nationalrätin Stefanie Heimgartner (SVP/AG) hat dem Bundesrat zuhanden der gestrigen Fragestunde zwei Anfragen vorgelegt, für die es zweimal dieselbe Antwort gab. Heimgartner schrieb in ihrer Anfrage: Die LBA (Logistikbasis der Armee) reduziert das Materialangebot ausgewählter Systeme für Grund- und Fortbildungsdienste um 20 %. Militärwissenschaftlich sollte das Angebot 30 % über dem Bedarf liegen, um Reserven für Wartung, Ausfälle und Ersatzteile zu sichern.
- Plant die Armee keine Reserven?
- Falls doch, wie werden Menge und Verfügbarkeitsdauer dieser Reserven bei Beschaffungen berechnet?
Und ihre zweite Anfrage lautete:
Die LBA hat bekanntgegeben, dass das Materialangebot ausgewählter Systeme für Grundausbildungs- und Fortbildungsdienste der Truppe um 20% reduziert werden.
- Wie lange wird diese Einschränkung bestehen?
- Woher kommt dieser plötzliche Handlungsbedarf, wann wurde er erkannt und wie lange wird er bestehen?
- Bis wann werden die Grundausbildungs- und Fortbildungsdienste wieder vollständig mit diesen oder vergleichbaren Systemen ausgerüstet werden?
Antwort des Bundesrates vom 17.03.2025
Die Armee plant bei der Beschaffung von Systemen eine sogenannte Umlaufreserve von 15 Prozent. Dieser Prozentsatz würde es ermöglichen, Instandhaltungsarbeiten ohne negative Auswirkungen auf die Einsatzsysteme und deren Bereitschaft durchzuführen. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel der Armee war es in den vergangenen Jahrzenten nicht möglich, die vorgesehene Umlaufreserve bei allen Systemen einzuhalten.
Von den Sparmassnahmen sind ausschliesslich Ausbildungs- und Fortbildungsdienste betroffen. Einsätze der Armee, ob geplant oder unvorhergesehen, sind ausdrücklich ausgenommen. Deshalb ist die Einsatzfähigkeit der Armee nicht beeinträchtigt. Die Notwendigkeit dieser Massnahme zeichnete sich im vergangenen Jahr unter anderem aufgrund wachsenden Wartungsbedarfs alter Systeme und begrenzter Ressourcen ab. Hinzu kommt der Fachkräftemangel in der Instandhaltung militärischer Systeme. Die Massnahme ist vorerst bis Ende 2025 begrenzt.